Heiße Zeiten – Vorsicht vor Hitzeerschöpfung und Hitzschlag

Ein feucht-heißes Klima führt bei allen Menschen zu einer Hitzebelastung. Der Körper versucht durch eine vermehrte Schweißproduktion die Haut zu kühlen und die Körpertemperatur zu senken, was zu einem starken Salz- und Flüssigkeitsverlust führen kann. Wird dieser Regulationsmechanismus durch einen zu langen Aufenthalt oder übermäßige Anstrengung in der Hitze überlastet, kommt es in manchen Fällen zur Hitzeerschöpfung bis hin zum Hitzschlag, da sich die Blutgefäße der Haut erweitern, um durch die verstärkte Durchblutung Wärme abzugeben. Es kommt zu Kreislaufstörungen, da der Blutdruck stark absinkt und das Gehirn nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt wird.

Die Folgen von zu intensiver Sonneneinstrahlung und/oder Überwärmung unterschieden sich in drei Formen der Hitzekrankheit.

Beim Sonnenstich werden die Hirnhäute (Meningen) in Kopf und Halswirbelsäule durch direkte und andauernde Sonneneinstrahlung und fehlender Kopfbedeckung gereizt. Daraus kann ein Ödem entstehen und der Druck im Schädelinneren steigt an. Betroffene Personen klagen über Kopfschmerzen, Übelkeit, starkes Schwitzen, Unruhe, rote Haut und manchmal auch Ohrgeräusche. Es können Bewusstseinsstörungen auftreten. Typisch sind auch Nackenschmerzen bis hin zu einer Nackensteifigkeit. Die Körpertemperatur eines Sonnenstichpatienten ist in der Regel nicht erhöht. Bei schweren Formen sind aber auch Schädigungen des Gehirns möglich. Körpertemperatur und Kreislauffunktion sind meist stabil.

Ein Hitzekollaps entsteht bei großer Hitze durch starke körperliche Anstrengung und gleichzeitig zu wenig Flüssigkeitsaufnahme. Über den Schweiß verliert der Körper große Mengen Flüssigkeit und Mineralien, was den Kreislauf stark belastet. Dies führt zur plötzlichen Erschöpfung, blasse und feuchte Haut, frösteln und Schwindelgefühl mit einem schwachen und schnellen Puls.

Ein Hitzschlag ist ein lebensbedrohlicher medizinischer Notfall und entsteht durch hohe Umgebungstemperaturen bei fehlender Möglichkeit zur Wärmeabgabe (Hitzestau). Er entwickelt sich sehr schnell (innerhalb von 1-6 Stunden). Ausgelöst wird der Hitzschlag durch körperliche Überanstrengung in einer heißen Umgebung (z.B. Sportler, die in der Wärme trainieren oder Personen, die im Sommer im Freien arbeiten).  Für einen Hitzschlag typische Symptome sind Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und Schwindel. Der Betroffene scheint Hilfe zu benötigen, fühlt sich benommen und bewegt sich möglicherweise taumelnd. Daneben können Symptome wie Verwirrtheit und Unruhe auftreten. Die Haut ist am gesamten Körper hochrot bis bläulich-rot und fühlt sich heiß und vor allem trocken an. Die Körpertemperatur steigt über 40 Grad Celsius. Der Puls ist erhöht, der Blutdruck fällt ab und der Betroffene kann das Bewusstsein verlieren.

Bildquelle: via lwdn

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Bei starker Hitze sind besonders Babys und Kleinkinder gefährdet, da sie wesentlich empfindlicher auf Hitze reagieren. Aber auch ältere Menschen und Personen mit Durchblutungsstörungen (z.B. Diabetes mellitus) müssen bei erhöhten Außentemperaturen vorsichtig sein.

 

Wichtigste Maßnahme gegen einen Hitzschlag ist allerdings die Vorbeugung:

• Setzen Sie sich nicht längere Zeit hohen Temperaturen aus. Suchen Sie vor allem zur Mittagszeit einen kühlen Platz auf.
• Versuchen Sie direkte Sonneneinstrahlung über längere Zeiträume zu vermeiden.
• Trinken Sie bei Hitze ausreichend – etwa zusätzlich zwei bis drei Liter pro Tag!
• Tragen Sie Kleidung, die der Temperatur angemessen ist.
• Verzichten Sie bei hohen Temperaturen auf Alkohol.

 

Sollte es zu einem Hitzekollaps oder Hitzschlag kommen, hier ein paar Tipps zur Erstversorgung:

Hitzekollaps:

• Betroffenen an einen kühlen Ort bringen (z.B. Schatten)
• enge Bekleidung lockern
• Getränkezufuhr (z.B. Mineralwasser, Wasser, verdünnte Säfte oder Tee)
• angepasste Lagerung (Person mit leicht erhöhten Beinen auf den Rücken legen)
• Kontrolle des Bewusstseins und der Atmung

Hitzschlag:

• Notarzt anfordern (Tel. Nr. 112)
• Betroffenen an einen kühlen Ort bringen (z.B. Schatten)
• Bewusstseinslage (Puls, Betroffenen ansprechen)
• Flachlagerung, Kopf dabei erhöht (evtl. Schocklage)
• bei Bewusstlosigkeit – stabile Seitenlage
• enge Bekleidung lockern
• Versuch der Senkung der Körpertemperatur durch kühle feuchte Umschläge/ggf. kühles
• für Luftzug sorgen (z.B. Luft zufächeln)
• Getränkezufuhr (z.B. Mineralwasser, Wasser, verdünnte Säfte oder Tee)
• bei Atem- und Herzstillstand – Herz-Lungen-Wiederbelebung durchführen

 

 

 

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