Hinter den Kulissen … Der Gemeindewehrführer packt aus

Eben noch am Schreibtisch der Arbeitsstätte, in der nächsten Sekunde schon im Einsatzleitwagen auf dem Weg zur Feuerwehr. Das Leben eines Feuerwehrkameraden und insbesondere das eines Gemeindewehrführers, ist alles andere als langweilig. Der 33 Jahre junge Alexander Scholz führt uns hinter die Kulissen der Feuerwehr und zeigt, was neben roten Autos und Tatütata noch alles zum Feuerwehrleben gehört. Er selbst ist seit 1993 in der Feuerwehr und begann seine Feuerwehrlaufbahn als Jungkamerad der Jugendfeuerwehr. 21 Jahre später ist er seit November 2013 amtierender Gemeindewehrführer der Feuerwehr Kleinmachnow.

Aber was gehört nun eigentlich noch zu seinen Aufgaben als Gemeindewehrführer neben dem aktiven Einsatzdienst und den Ausbildungsdiensten?! Er schmunzelt und zwinkert nur: „Eine ganze Menge mehr …“.

Insgesamt trägt er die Verantwortung für die komplette Feuerwehr, welche sich aus den aktiven Kameraden, der Alters- und Ehrenabteilung, der Frauengruppe sowie der Jugendfeuerwehr zusammensetzt. Das sind nicht nur eine Menge von Kräften, welche im Hintergrund abgestimmt, organisiert und strukturiert werden wollen, sondern auch viel Papierarbeit. Man mag es kaum glauben, aber auch ein Gemeindewehrführer muss Haushaltsmittel für die kommenden Jahre planen, sich mit den Gremien des Trägers des Brandschutzes abstimmen (Gemeinde) und an Sitzungen in der Gemeinde, zusammen mit den Feuerwehren der Region und dem Landkreis teilnehmen. Auch darf die eigentliche Organisation nicht zu kurz kommen. So muss das Personal für den Einsatzdienst und Absicherungen geplant werden, eine fortlaufende qualitativ gute Ausbildung auf der Wache gewährleistet sein, sowie überörtliche Aus- und Fortbildungen im Landkreis bzw. an der Landesfeuerwehrschule organisiert werden.

Auch trägt Alexander insgesamt die Verantwortung dafür, dass jederzeit der Brandschutz und die Hilfeleistung in unserem Gemeindegebiet aufrechterhalten wird, sodass jeder von uns sich sicher sein kann, dass in einer Notsituation schnelle Hilfe kommt. Hierzu zählt auch, dass eine enge Zusammenarbeit und regelmäßige Abstimmungen mit den benachbarten Feuerwehren aus Teltow und Stahnsdorf erfolgt. So genannte Alarm- und Ausrückeordnungen – welches Auto fährt zu welchem Schadensereignis wohin – müssen erarbeitet und den ständig wechselnden und wachsenden Bedürfnissen unserer Kommune angepasst werden. Dem entsprechend zählt auch die Sicherstellung der schnellen und qualitativ guten Einsatzabarbeitung in seinen Verantwortungsbereich.

Letztlich gehört auch ein weniger außenwirksamer, aber nicht weniger bedeutender Bereich zu seinen Aufgaben. Die Förderung der Kameradschaft. Manch einer mag jetzt lächeln, aber ein so großes Team an ehrenamtlich engagierten Kräften, welche 365 Tage im Jahr an 24 Stunden für die Sicherheit in unserer Gemeinde  einstehen, müssen auch außerhalb der technischen Aus- und Fortbildung gefördert werden. Nur ein Team, dass sich kennt und gegenseitig vertraut, kann die Gewähr für eine gute Zusammenarbeit bieten und somit elementar zum Einsatzerfolg beitragen. Daher gehören auch gemütliche Dienstabende mit Grillwurst, gemeinsames Fußballschauen oder Ausflüge auf den Dienstplan.

Glücklicherweise ist Alexander mit all diesen Aufgaben nicht alleine. In seinem engsten Kreis stehen ihm seine beiden Stellvertreter Oliver und Peter zur Seite, welche ihn in Fragen der Aus- und Fortbildung sowie Technik beraten und unterstützen. Auch eine Fülle weiterer Kameradinnen und Kameraden nehmen mehr Aufgaben als nur den tatsächlichen Einsatzdienst wahr. Dank dieser guten Zusammenarbeit kann jederzeit ein reibungsloser Ablauf in unserer Feuerwehr gewährleistet sein.

Auf meine abschließende Frage hin, ob ihm die Arbeit in der Feuerwehr auch nach 21 Jahren immer noch so viel Freude bereitet, sagt er: „Selbstverständlich! Sicherlich muss man eingestehen, dass es im Laufe der Zeit immer Höhen und Tiefen gibt. Manchmal auch Momente, beispielsweise im Einsatzgeschehen, die einen selbst nachdenklich stimmen. Aber nichts desto trotz bleibt immer das gute Gefühl, in einer Gemeinschaft etwas erreicht zu haben und für eine gute Sache einzustehen. Von daher sind wir auch über jedes neue Gesicht dankbar, dass uns aktiv oder passiv unterstützt.“

Sind auch Sie neugierig geworden, wollen helfen und Teil dieser Gemeinschaft werden?! Dann melden Sie sich einfach bei uns! Ob via Telefon, E-Mail oder an einem unserer Dienstabende, wir freuen uns über jeden Neuzugang. Für diejenigen unter Ihnen, denen das aktive Feuerwehrleben zu aufregend ist, besteht auch die Möglichkeit über den Förderverein die Feuerwehr Kleinmachnow zu unterstützen. Stöbern Sie einfach mal auf der Internetseite des Fördervereins.

„Ich freue mich über jeden Interessierten, der aktiv in der Feuerwehr mitwirken möchte oder den Förderverein unterstützt und stehe Ihnen jederzeit für Fragen oder Anregungen unter den Kontaktdaten zur Verfügung“, ergänzte Alexander Scholz zum Abschluss unseres Interviews.

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